Von Sandra Weiss
Datum 02.07.2012 - 12:41 Uhr
| Enrique Peña Nieto nach der Wahl am 1. Juli in Mexiko-Stadt
© Tomas Bravo/Reuters
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Enrique Peña Nieto ist ein Meister der Selbstinszenierung. Der neue Präsident gibt sich als Macher. Doch sein Programm ist vage, seine Vergangenheit dunkel.
Er ist Mexikos unumstrittener Meister des Polit-Marketing: jung, gut aussehend, erfolgreich. Enrique Peña Nieto ist das neue Gesicht der alten, ehemaligen Staatspartei PRI, die nach zwölf Jahren in der Opposition wieder an die Macht zurückkehrt.
Nichts überlässt der 45-jährige künftige Präsident von Mexiko dem Zufall. Das gilt für die dezent-modische Kleidung ebenso wie für die mediengerechte Inszenierung seiner Ehe mit einer Schauspielerin. Seine Gesten sind einstudiert, die geschliffenen Wahlkampfreden seiner Berater hat er auswendig gelernt. Auf jede Frage weiß der ebenso fleißige wie ehrgeizige Politiker eine Antwort, und sei es nur eine wolkenreiche Sprechblase. Weder landesweite Studentenproteste konnten ihm etwas anhaben, noch diverse Frauengeschichten.
Doch aller Selbstinszenierung zum Trotz ist Peña Nieto den meisten Mexikanern ein Rätsel geblieben. Sein Programm ist vage, seine Versprechen eine Mixtur aus liberalen, konservativen und sozialdemokratischen Ideen. Er gibt sich gerne als Macher und unterschreibt bei seinen Wahlkampfauftritten öffentlich Versprechen vor dem Notar. Das Image, das mit Hilfe der großzügigen PR-Etats der beiden dominanten Fernsehsender des Landes geschaffen wurde, verdeckt den wahren Peña Nieto.
Der kam etwa zu Vorschein, als ein ausländischer TV-Journalist ihn zum plötzlichen Tod seiner ersten Ehefrau befragte, und Peña Nieto darauf so klinisch-kühl antwortete, als sei er Gerichtsmediziner.